~ ridiculous thoughts ~

Über

Hallo Welt,

jetzt komme ich auch noch auf die Idee, meine sinnfreien Gedanken über Gott und die Welt mit genau selbiger zu teilen - auf dass 2 oder 3 Menschen es lesen mögen und ich ihnen vielleicht das eine Schmunzeln oder Stirnrunzeln abringen kann - im besten Falle sogar verbunden mit der ein oder anderen Minute des Nachdenkens oder Nachfühlens...

Jeder ordentliche Schreiberling sollte wohl erklären, welchem Themenkreis er sich widmen will... Ich werde mich mit dem Leben beschäftigen. Mit Gedanken, die mir durch den Kopf schießen und die es vielleicht wert sind, niedergeschrieben zu werden, bevor sie wieder im ewigen Nichts der Erinnerung verschwinden.

Ich habe hin und wieder meine philosophischen 10 Minuten und die werde ich hier gnadenlos ausleben
Gleichzeitig bin ich infiziert mit dem Pferdevirus - meine Gedanken und Erfahrungen zum Thema Reiterei werde ich hier genauso kundtun.
Und letztenendes bin ich ein sehr reise- und unternehmungslustiger Mensch, also werde ich Fernweh, Heimweh und Sehnsucht genauso in diesen Blog packen.

Soviel zu meinen Themen... Damit die werte Leserschaft auch einen Eindruck bekommt, wer hinter "ridiculous thoughts" steht, ein kleiner Versuch mich darzustellen: Ich bin eine 24jährige Romanistin, die sich in der nächsten Zeit mit dem Thema "Diplomarbeit" herumschlagen wird. Wenn es sich ergibt, gebe ich Stunden in Italienisch und Englisch und übersetze leidenschaftlich gern was das Zeug hält (je besser die Bezahlung, umso größer die Leidenschaft ). Meine größten Passionen sind aber - wie man schon erahnen kann das Reiten und das Schreiben.

Alles weitere - Geisteshaltung, ob Langweilerin oder Partymaus, groß, klein, dick, dünn - werde ich im Laufe der Zeit unweigerlich in meinem Blog preisgeben....

 

 

 

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Alter: 31
aus: 8010 Graz
 


Mehr über mich...

Als ich noch jung war...:
...war mein Leben für mich wie ein Märchen: voller Phantasie, Kreativität und Wunder. Genau das möchte ich mir auch bewahren.

Wenn ich mal groß bin...:
...werde ich mein Häuschen am Meer haben, wo ich an lauen Sommerabenden mit einem Glas Wein in der Hand den Wellen lauschen werde...

Ich wünsche mir...:
...dass ich mich immer daran erinnere, dankbar zu sein.

Ich glaube...:
...dass man mit einer Portion Optimismus die Welt verändern kann

Ich liebe...:
...perfekte Momente, unglaubliche Augenblicke, kleine Wunder und großartige Menschen

Man erkennt mich an...:
...einem losen Mundwerk, einer blonden Wallemähne mit Rotstich, hohen Absätzen, Stift, Papier und vielen dringend niederzuschreibenden Ideen

Ich grüße...:
...meine großartigen Menschen - ihr wisst schon, wer sich angesprochen fühlen darf



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Blog

Menschen im Stau

Hin und wieder passiert es den am besten organisierten und am meisten voraussehenden Autofahrern: Man wird immer wieder in Zwangspausen verwickelt, die gemeinhin als Stau bekannt sind. Interessant wird es dann, wenn man die Zeit nutzt, um sich die „Mitstauenden“ einmal genauer anzusehen und man wird feststellen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, wie Menschen auf einen plötzlichen Halt, den sie nicht mehr beeinflussen können und der ihren Terminplan durcheinanderschüttelt, reagieren.

So haben wir zum Einen die Geschäftsleute, die, sobald das Fahrzeug seine endgültige Stauposition erreicht hat, frenetisch auf ihrem Handy herum tippen, Anrufe tätigen und entgegennehmen, Meetings verschieben und letztenendes mit hochrotem Kopf, komplett gestresst und mit einem außerordentlichen Adrenalinüberschuss versehen, kurz davor stehen, einen Herzinfarkt zu bekommen oder verzweifelt in das mit Wurzelholz ausgestattete Lenkrad zu beißen. Für sie ist ein Stau gleichzusetzen mit einem Orkan, der über einen Flughafen fegt oder einer Überschwemmung, die das Büro mit allen Akten hinfort schwemmt.

Natürlich sind vor allem zur Hauptreisezeit nicht nur Handelsreisende unterwegs, sondern auch Familien mit Kindern. Da entwickelt sich dann unter Umständen eine ganz eigene Dynamik: Um zu verhindern, dass der Nachwuchs die Meuterei auf der Bounty im heimischen Familienvan inszeniert, werden sämtliche Tricks angewandt, die aufmerksame Eltern nur auf Lager haben können: Zuerst kommt es zur allgemeinen Raubtierfütterung – ein gut Teil der Notreserven an zuckerhaltigen, klebrigen und sonst nicht auf dem normalen Speiseplan stehenden Nahrungsmitteln wird den Kleinen zum Fraß vorgeworfen. Um aufkommender Langeweile (und dem eben erreichten Zuckerschock) entgegenzuwirken, wird auf einmal ein Ball hervorgezaubert und auf wundersame Weise wird aus einem schnöden Pannenstreifen ein Bolzplatz, auf dem sich nicht nur die Kinder des eigenen Autos sondern auch jene aus der gesamten Nachbarschaft, Verzeihung, aus den gesamten Nachbar-Familienkutschen, austoben. Die Situation ist gerettet, den Eltern bleibt es nur noch, in dem Kinderknäuel ihre eigenen nicht zu verlieren, tief durchzuatmen und den Stau als gegebene – und wahrscheinlich nach etlichen hundert Kilometern wohl verdiente – Pause anzusehen. Gleichzeitig müssten die perfekt organisierten Eltern wohl auch Lob und Anerkennung aller weniger gut ausgestatteten Raubtierbändiger einheimsen, denn immerhin sind auch ihre Kinder beschäftigt und was gibt es Schlimmeres als quengelnde, gelangweilte Kinder im Stau?

Nachdem aber nicht nur Geschäftsleute und Familien auf unseren Straßen unterwegs sind, gibt es natürlich auch noch eine weitere Gruppe  von „Mitstauenden“ – nämlich das wahllos zusammengewürfelte Grüppchen von Freunden, das den Urlaub oder die Heimreise ansteuert. Hier nimmt man Staus meist mit einer gewissen Gelassenheit, denn man ist ja unter Freunden. Der ein oder andere bleibt im Auto sitzen, während der Fahrer meist der erste ist, der aussteigt – einerseits um die Lage einschätzen zu können (wieviele Kilometer Stau kann man denn da draußen sehen? Ist die Luft rein, um allgemein aussteigen zu können oder könnte es doch gleich wieder weitergehen?) und Dehn- und Streckübungen machen zu können, da der Bleifuß schön langsam genauso dabei ist, einzuschlafen, wie der Hintern und der Rücken auch schon eigenartige, krachende Geräusche von sich gibt, deren Lautstärke sich eventuell schon jenseits von Gut und Böse bewegen. Die Raucher unter den Mitreisenden werden die Pause für ein gepflegtes Zigarettchen nutzen und sich die Beine vertreten und wenn die Musik gut genug ist, beginnt vielleicht einer der Runde, eine Stau-Party zu organisieren, wobei allerdings die Mini-Bar im Kofferraum meist dürftig bis gar nicht ausgestattet ist - so weit hat man dann eben doch nicht gedacht. Wenn die Langeweile allzu groß wird, hat sicherlich irgendjemand Lesestoff dabei oder man erzählt sich Schwänke, die das Leben so schrieb. Es soll schon vorgekommen sein, dass man den einen oder anderen Menschen nach dem Stau mit ganz anderen Augen gesehen hat…

Ein weiteres Phänomen auf unseren Autobahnen sind Reisende mit Hund. Diese nutzen natürlich zuerst die Gunst der Stunde, um ihren treuen Gefährten einmal auszuleeren und logischerweise trifft man dort dann auch auf andere Hundebesitzer, die genau dasselbe vorhaben, sodass sich eine regelrechte Gassi-Gemeinschaft bildet. So entsteht neben dem Bolzplatz kurzerhand eine Hundewiese auf dem Pannenstreifen, wo die von der Reise mitgenommenen Vierbeiner wieder Kraft schöpfen können.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch gänzlich allein Reisende, die sich dann der ein oder anderen Gruppe kurz anschließen und mit ihr sympathisieren, vielleicht auf ein kurzes, belangloses Gespräch bleiben und nach einer Runde durch die Staulustigen wieder zu ihrem eigenen Gefährt zurückkehren und für sich bleiben oder sich aber der Gruppe der für sie interessantesten Steh-und-Schauer anschließen. Diese Sorte von Autofahrern ist meist auch sehr gut organisiert: Man studiert noch einmal den Reiseführer, um ganz sicher zu sein, wo es im Urlaub genau hingehen soll oder zückt die neueste Lektüre, um die Langeweile zu vertreiben. Manchmal trifft man sogar auf Reisende, die einen DVD-Player mithaben und sich im Stau erst einmal die verpassten Folgen der favorisierten Serien zu Gemüte führen (Diese Sorte Mensch hat meist ein hochintelligentes Auto mit denkendem Navigationssystem und sprechendem Motorblock).

Auch Wohnwagenfahrer sind natürlich auf der Autobahn – und somit im Stau – zu treffen. Diese haben natürlich alle Vorteile auf ihrer Seite: Sie können einfach nach hinten gehen und sich einen Kaffee kochen, gemütlich auf der Couch sitzen und sich darüber lustig machen, wie der Geschäftsmann im Mercedes neben ihnen entnervt ins Lenkrad beißt. Wenn sie im Konvoi reisen, können sie sogar wirklich die Party veranstalten, die die Freundesgruppe gerne starten würde, denn die Minibar im Wohnwagen ist sicherlich gut gefüllt. Gleichzeitig können sie natürlich auch noch die Satellitenschüssel zurechtrücken oder einfach eine DVD auf einem echten Fernseher gucken, der natürlich größer und höher auflösend ist als jener des hochtechnisierten Alleinreisenden.

Auch Reisegruppen in Bussen haben gegenüber den normalen Staulustigen einige Vorteile: Sie haben ein WC an Bord (das wohl für einige Mitstauende Gold wert wäre – vielleicht können die Busreisenden damit sogar Profit schlagen), auch sie haben für gewöhnlich die Möglichkeit Filme zu sehen und sie sind in einer großen Gruppe, die sich allein unterhalten kann, unterwegs. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand einen Satz Spielkarten, ein Mensch-ärger-dich-nicht oder sonstige zu Unterhaltungsmaßnahmen taugliche Dinge eingepackt hat, ist aufgrund der Menschenmenge sehr hoch, also kann bei derartigen Reisegruppen kaum Langeweile aufkommen. Natürlich sind da sicherlich auch ein oder zwei dabei, die sich maßlos über den Stau ärgern, aber die kann man ja getrost ignorieren, um die Stimmung nicht zum Kippen zu bringen.

Zu guter Letzt sind natürlich an Werktagen auch noch LKW-Fahrer unterwegs, die zwar stauerprobt sind, aber sich sicherlich ärgern – immerhin haben sie ihre Fracht termingerecht abzuliefern und werden von allen anderen Verkehrsteilnehmern immer wieder angefeindet. Für den Durchschnittsautofahrer sind sie störende Objekte, die die Autobahnen sinnlos verstopfen und unsicher machen. Daher halten die sich meist zurück und sind eher weniger oft dabei anzutreffen, wenn es darum geht, sich irgendwelchen Stau-Fraktionen anzuschließen. Wenn sie aber einmal mit jemandem sympathisieren, dann kann man einen Heidenspaß mit ihnen haben: Sie haben oft einmalige Geschichten aus dem Leben eines Brummi-Fahrers zu bieten, die es sich anzuhören lohnt. Gleichzeitig vergeht damit die Wartezeit ungemein schnell.

Ähnlich verhält es sich übrigens auch mit Motorradfahrern, die eher selten allein anzutreffen sind und auch im Stau erst versuchen, diesen gekonnt zu umschiffen – was ebenfalls den Unmut der Autofahrer mit sich bringen kann, denn warum kann es für die Kleinen und Wendigen schneller gehen als für ein mit vier Rädern ausgestattetes Vehikel?! Noch dazu werden sie sowieso ebenfalls sofort als mögliche Gefahrenquelle schubladisiert und dementsprechend möchte man mit ihnen ja nicht gesehen werden, auch wenn Biker mit Leib und Seele sicherlich die ein oder andere wilde Geschichte mit im Gepäck haben könnten, die einen Stau zu einem unvergesslichen Erlebnis machen könnte…

Hier bin ich allerdings vorerst am Ende meiner Stau-Analyse, vielleicht schauen Sie sich das nächste Mal selbst ein wenig um – einige der beschriebenen Menschen werden Sie sicherlich vorfinden und vielleicht ist damit der nächste Stau, so unangenehm er sein mag, auch ein bisschen interessanter für Sie. Und nicht vergessen: Es ist eine Zwangspause, an der man ohnehin nichts ändern kann, also bleiben Sie ruhig und versuchen Sie, das Beste aus der Situation zu machen: Wenn Sie im Funkloch stehen und ihren persönlichen Assistenten nicht erreichen können, damit er Ihre Termine verschiebt, bedenken Sie, dass Funklöcher meist mit viel Landschaft und Panorama verbunden sind, durch die abgestellten Motoren vielleicht sogar mit frischer Bergluft. Wenn Ihre Kinder quengeln, versuchen Sie, sie zu bestechen und andere Kinder zu finden – es soll auch schon Staufreundschaften gegeben haben. Wenn sie auf eine Party-Truppe treffen, schließen Sie sich kurz und organisieren Sie eine Minibar, schlimmstenfalls per Helikopter, wenn alle ein paar Groschen zusammenschmeißen, dann funktioniert das schon. Und am Wichtigsten: Nehmen sie es nicht zu ernst, Sie kommen mit einem Herzinfarkt zwar schneller aus dem Stau (der Hubschrauber kommt dann auch gratis), aber der Krankenhausaufenthalt dauert dafür länger...

...über die Relativität der Dinge...

Hallo Welt,

 

mein heutiger Gedanke widmet sich Veränderungen, die das Leben so mit sich bringt - seien sie positiv oder negativ.

 

Man kennt das - da passiert etwas Einschneidendes im Leben und auf einmal ändert sich alles. Wirklich alles. Man beginnt, zu hinterfragen, ob das, was man für sein Leben geplant hatte, eigentlich noch Wichtigkeit, und vor Allem auch noch Richtigkeit besitzt, ob das eigens abgesteckte Maß aller Dinge wirklich noch so unantastbar ist und hinterfragt sich selbst - manchmal so weit, dass man sich beginnt, Gedanken darüber zu machen, ob man überhaupt weiß, wer man selbst ist...

 

Irgendwie geht man davon aus, dass das Leben zwar passiert, man selbst aber doch ziemlich statisch in den eigenen Schuhen steckt: Man hat bestimmte Angewohnheiten, wie etwa morgens einen Espresso zu trinken, abends bei Kerzenschein ein Glas Wein zu genießen, aber auch Pläne zu schmieden. Pläne, die man dann nach den großen Hoppalas des Schicksals auch wieder überdenken, überarbeiten und über Bord werfen kann. Oder eben auch nicht.

 

Man plant mit dem Partner, etwas Großes zu unternehmen - später, wenn die Zeit dafür reif ist. Man plant vielleicht sogar, sich abzusetzen, nochmal komplett neu anzufangen. Vielleicht plant man, noch einmal ein "Revival" vergangener Zeiten starten zu wollen, einfach, weil es sich damals so wahnsinnig gut angefühlt hat.

 

Und dann, dann kommt auf einmal das Schicksal und schlägt gnadenlos zu, ohne Wenn und Aber. Für den Einen können das einfach nur Momente sein, in denen man auf einmal klar sieht und sich fragt "was mache ich hier eigentlich? Das war ja gar nicht mein Plan!", es kann auch passieren, dass man von einer langen Reise zurückkehrt und auf einmal merkt, dass das, was man zurückgelassen hat, auch wirklich in eine Kiste im Keller unseres Bewusstseins gehört. Und dann wiederum gibt es die ganz tragischen Fälle - den Verlust eines Partners, beinahe-Tode (Nahtoderlebnis klingt so esoterisch, den Begriff verwende ich nur äußerst ungern), Trennungen, Zerwürfnisse und Ähnliches. Und natürlich sind auch die ganz überwältigenden Erlebnisse nicht außer Acht zu lassen - wie etwa ein Sich-Verlieben, jemanden zu finden, von dem man weiß, man hat ihn sein ganzes Leben lang gesucht, oder auch nur ein kleiner, perfekter Moment, der einen aufhorchen lässt - wie etwa ein Regenbogen in einem Augenblick, in dem wir gerade um Hoffnung ringen, oder eine Blume, die sich mühsam durch den Asphalt gekämpft hat und unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht.

 

Ganz plötzlich beginnt es dann im Hirn zu rattern - und man fragt sich, wie sinnvoll das ist, wofür man Zeit seines Lebens gekämpft hat, wenn dieser eine Parameter im Leben, dieses eine wichtige Ding, für das man immer die Zähne zusammengebissen und weitergemacht hat, auf einmal weg ist. Man ist von Heute auf Morgen ein anderer und erkennt sich vielleicht nur noch im Spiegel, und selbst das mit eher fragendem als feststellendem Blick.

 

Ich frage mich heute, wie man mit solchen Situationen umgeht - wenn man alles, was einmal wichtig war, auf einmal relativiert. Und ich bin fasziniert davon, wie wichtig wir Dinge nehmen können, die eigentlich komplett nebensächlich sind, wenn es einmal hart auf hart kommt. Wir glauben, zu wissen, wo unser Weg uns hinführt, doch nur ein Niesen des Schicksals genügt, um uns eines Besseren zu belehren und auf einmal ist alles anders.

 

Man beginnt zu begreifen - auch wenn es anfangs schwer fällt. Ihr fragt euch, WAS es zu begreifen gibt? Zuerst wohl, dass das Leben, so statisch wir es auch zu halten versuchen, immer ein dynamischer Prozess ist und es wohl am Schlauesten ist, sich genau dessen bewusst zu werden. Wir sind nicht hier, um ein Leben aus Langeweile, Stagnation, Abwarten und Teetrinken zu führen. Wir sind hier, um zu leben. Am Besten in jedem einzelnen Moment, sei er tragisch oder wahnsinnig erfrischend, belebend und extatisch.

 

Natürlich gelingt es uns leichter, letztere Augenblicke einzufangen - sie bleiben dafür allerdings meist weniger lang in unserem Gedächtnis. Wir haben uns offensichtlich selbst so manipuliert, dass wir ohne Schmerz nicht leben können und dem Schmerz eine viel größere Bedeutung beimessen als der Freude. Glaubt ihr nicht? Beispiel gefällig? Stellt euch vor, ihr habt einen Autounfall. (Geht noch ganz gut, oder?) Nicht so einen kleinen Blechschaden bei 30 km/h, so kurz vorm Einparken sondern so einen richtigen Crash, meinetwegen ein Knutschen mit einem LKW bei 120 km/h auf der Autobahn, mit einem Auto, das sich vor lauter Schreck ob des übertriebenen Liebesgeplänkels des Lasters noch an die Leitplanke drücken lässt (ja, sowas kann man überleben, man glaubt es kaum). Man wird sich immer mit Grauen an den Schreck erinnern, an den Schock, an den Schmerz, den man erlitten hat, weil man die Situation zum Verarbeiten wieder und immer wieder durchlebt. Ist ja auch in Ordnung, ohne Verarbeitung kein Weiterentwickeln.

 

Doch warum messen wir positiven Erlebnissen nicht dieselbe Wichtigkeit bei? Man hört von allen Seiten, man ändert sein Leben, weil man ein Trauma hat - dachtet ihr schon mal daran, euer Leben zu ändern, weil ihr etwas Neues erlebt habt, das euch rundum glücklich macht? (Und ich meine jetzt keine abgespaceten LSD-Trips oder sowas) Bleiben wir beim oben beschriebenen Unfall. Hinter euch sind zwei Autos, alle beide vollbepackt mit hilfsbereiten Menschen, die euch dabei helfen, mit den ganzen Formalitäten, die so ein Crash mit sich bringt, klarzukommen. Natürlich werdet ihr euch bedanken, vielleicht schickt man nochmal eine Postkarte, einen Blumengruß oder einen Fresskorb als Dankeschön, aber das wars dann wohl auch. Wäre es nicht viel besser, sich genauso intensiv damit zu beschäftigen, wie nett diese Menschen waren und sich immer wieder vor Augen zu halten, dass auch DAS Realität ist? Vielleicht packt man sich selber bei der Nasenspitze, bleibt das nächste Mal stehen bei jemandem, der eine Panne oder einen Unfall hat und fragt, ob man helfen kann (nein, das ist heute nicht mehr selbstverständlich - unterlassene Hilfeleistung ist ein Volkssport geworden). Vielleicht wird man dann ja im Geiste des Gegenübers genauso ein wichtiger, wertvoller Mensch und dann, ja dann hatte sogar der gesamte Unfall einen Sinn - abgesehen von Blechschaden, Blessuren und einem Haufen Bürokram, der Beamten, Versicherungsvertretern, Krankenhauspersonal und Anwälten die Existenz sichert).

 

Und wenn ihr euch genau diese Überlegung auf der Zunge (oder besser: am Hirnlappen) zergehen lässt, dann versteht ihr vielleicht, meinen heutigen Gedanken.

 

Manche Dinge im Leben werden relativ. Ein Unfall kann genauso seine positiven Seiten haben - ich musste beispielsweise einen haben, um neu zu lernen, dass ich noch am Leben bin; meine eigene, statisch-stoische Art zu leben war einfach nicht richtig für mich. Natürlich gibt es immer Dinge, bei denen man absolut keine Ahnung hat, wozu sie gut sein könnten, doch ich hoffe immer noch, mit jeder Veränderung, die ich selbst mitmache, dem Geheimnis ein bisschen mehr auf die Spur zu kommen und irgendwann das ein oder andere Warum? zu verstehen... Manchmal tut es weh. Sehr weh sogar. So weh, dass sogar die Härtesten unter uns in Tränen ausbrechen. Und andere Male ist es so berauschend, dass wir nicht wissen, wohin mit unserer Freude. Was auch immer aber passiert, wir sollten uns nicht darin verlieren - auch wenn wir alles über Bord schmeißen, neu anfangen und feststellen, dass das, worüber wir uns Sorgen gemacht haben, einfach nur lächerlich ist, weil sich Dinge ereignet haben, die einfach nur viel wichtiger sind.

 

Doch was auch immer passiert, wir sollten eines nicht vergessen... LEBEN!

 

~ In Memoriam Aladin24 von Apslau XX ~

Hallo Welt...

 Die heutige Nachricht erschlägt mich immer noch - obwohl es inzwischen über eine Woche her ist - wie am allerersten Tag...

Am Sonntag, dem 06. Juni 2010 musste ich mich von meinem geliebten Aladin verabschieden. Damit habe ich nicht nur das beste Pferd unter dieser Sonne verloren, sondern gleichzeitig meinen engsten Vertrauten, besten Freund und treuesten Weggefährten, der mich 9 Jahre lang durch Dick und Dünn begleitet, getragen und auch geschubst hat.

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Danke....

Danke mein Kleiner, für alles, was du mich gelehrt hast.

Du hast mir gezeigt, was Freiheit bedeutet - nämlich mit dem Wind zu fliegen, mit wehender Mähne und behänden Füßen.

Du hast mir gezeigt, was Frieden und Ruhe sind, in all den unzähligen Stunden, die ich mit dir durch Wälder streifen, dich beim Grasen begleiten, neben dir auf Lichtungen rasten oder auch nur in deiner Box verweilen durfte.

Du hast mich Harmonie gelehrt in den vielen Stunden, die ich mit dir tanzen durfte und du hast mich Konzentration auf das Wesentliche gelehrt wenn wir über Sprünge geflogen sind.

Du hast mir deine Sprache beigebracht, weil du meine nicht verstehen konntest und mir damit so viel mit auf den Weg gegeben - denn sie öffnete mir das Tor zu einer ganz anderen Welt und einem ganz anderen Verständnis

Du hast mich Geduld gelehrt, wenn ich es viel zu eilig hatte und du hast mir deinen Sanftmut geschenkt, wenn ich ihn zwar nicht verdient, aber umso mehr nötig hatte.

Du warst einfach für mich da - bedingungslos. Dafür möchte ich dir danken. Und ich weiß, du bist es noch immer. Ich kann dein Fell nicht mehr spüren, deine Nüstern nicht mehr schnauben hören, nicht mehr fühlen, wie du mir sanft in den Nacken bläst, doch ich weiß, du bist da. Immer noch. Und du wirst auf mich warten, denn da wo du jetzt bist, ist ein Menschenleben nur ein Wimpernschlag. Und irgendwann... Ja, irgendwann sehen wir uns wieder - auf der anderen Seite.

Sieh deinem Pferd in die Augen, aber erschrecke dich nicht über die Wahrheit, die du darin findest

Hallo Welt....

Mein erster Eintrag scheint sich doch tatsächlich um Pferde zu drehen - wie wohl etliche nachfolgende das auch noch tun werden...

Der Grund dafür ist eigentlich reichlich simpel: Seit ich denken kann, beeinflussen Pferde meine Art zu denken, meine Art zu handeln und meine Art, die Welt zu verstehen, weil "Reiten" und das, was damit zusammenhängt wohl einfach mehr ist, als nur "draufsetzen, losreiten, Sporen reinknallen, Gerte draufhaun, fertig." Nein, es ist mehr. Nach mittlerweile 16 Jahren weiß ich - es hat nicht nur meinen Umgang mit den schnaubenden Vierbeinern verändert, sondern auch den mit meinen Mitmenschen (ja, hin und wieder erkennt man in seinem menschlichen Umfeld durchaus Pferdeverhalten - von Stutenbissigkeit und Futterneid bis hin zur panischen Fluchtreaktion mit - je nach Frisur - mehr oder weniger wehender Mähne).

Dementsprechend omnipräsent sind Pferde und Reiterei in meinem Leben - und ohne fehlt mir was.
Genau DESWEGEN allerdings stellt es mir regelmäßig alle Haare auf, wenn ich sehe, wie manche Menschen mit ihren Tieren umgehen:
Da wird geschlagen, gezwungen, gebrüllt, gewütet und getobt - man spricht von "Problempferden", denen man die Flausen schon austreiben wolle und von "schlechten Pferden". Wer genauso denkt - den bitte ich, hier mit dem Lesen aufzuhören, denn diejenigen würden sonst etwas erfahren, womit sie vielleicht nicht klarkommen könnten. Nämlich, dass Pferde Partner sind. Treue Freunde und Begleiter, die uns in ihrem Verhalten immer nur unsere Unzulänglichkeiten wiederspiegeln und sie uns - umso unzulänglicher WIR werden, immer und immer wieder zu verzeihen suchen, solange sie noch an UNS glauben. Ja, Sie haben richtig gelesen. SIE glauben an UNS. Genauso wie WIR unseren Glauben in SIE setzen sollten. Nur, dass Pferde das viel vorbehaltloser tun als wir - es geht ihnen nicht darum, ob ihr menschlicher Partner grüne Augen, pinke Haare und toll manikürte Nägel hat und ebensowenig interessiert sie, wie neu ihre Reitklamotte heute wieder ist. Was sie interessiert, das sind SIE als Ganzes - und sie werden versuchen, ihrem Menschen zu helfen - über die Unzulänglichkeiten, die das Leben ihm mitgegeben hat. Einen hektischen, nervösen Menschen wird es zwingen, seine innere Kraft und Ruhe zu finden, einem phlegmatischen Menschen wird es beibringen, was Energie und Elan sind und einem ängstlichen Menschen wird geholfen, sich selbst zu Vertrauen und über sich selbst hinauszuwachsen.

Haben Sie die "Probleme" ihrer Pferde schon einmal so betrachtet? Sie sind IHR Spiegel. Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie mich erzählen:

Meine erste Begegnung mit einem "persönlichkeitsprägenden Pferd" hatte ich etwa im Alter von 10 Jahren. Ein junger, wilder Haflingerwallach, der nichts als Flausen im Kopf hatte - minutenlanges Galoppieren und Buckeln durch die Bahn, das jeder Rodeo-Reiter vor Respekt den Hut gezogen hätte, gehörte zu einer seiner liebsten Übungen. Er war jung und verspielt, ich allerdings auch. Nur, dass der Kerl ein bisschen zuviel Selbstbewusstsein hatte - ich damals genau mit selbigem in meiner kindlichen Entwicklung aber zu Kämpfen hatte. Nun musste ich mich bei dem kleinen Kerl aber durchsetzen - und das konnte ich nur, indem ich mir meiner selbst bewusst wurde. Ich musst ihm zeigen "Hey, mein Freund - ich bin auch jemand und zwar so jemand, den man nicht einfach so links liegen lässt!" - Nachdem kratzen, schlagen und beißen nicht in mein Repertoire gehörte (und auch heute nicht gehört) musste ich also irgendwie anders aus dem Schlamassel raus - nämlich mit Zuhören. Wem, fragen Sie? Na dem wilden Gesellen unter mir natürlich! Wozu? Ganz einfach: Um im Sattel zu bleiben und mir nicht sämtliche Knochen zu brechen! Und der Kleine hat mir auch gehörig was zu erzählen gehabt: Nämlich, dass man mit Ruhe weiterkommt. Dass ihm genau diese Ruhe und Ausgeglichenheit in dem Moment gefehlt hat. Dass man aber auch gerne mal durchdrehen darf - wenn man sich danach wieder in seiner Mitte findet. Und so war es dann auch: So wie ich selbst nicht mehr komplett vom Adrenalin gekickt im Sattel saß sondern meine innere Ruhe gefunden hatte, wurde mein Partner unter mir ruhig. Anfangs dauerte dieses Spiel natürlich, denn wie in jeder Partnerschaft gab es auch hier anfängliche Kommunikationsprobleme (und sagen Sie mir nicht, Sie würden mit Ihrem Mann/Ihrer Frau nicht auch regelmäßig vor demselben Problem stehen!). Je besser wir uns aber kennenlernten, umso mehr lernte ich von ihm, ruhe zu bewahren, auch in schwierigen Momenten und umso schneller wurde auch er ruhiger.

Der nächste, und bis jetzt größte tierische Lehrmeister, dem ich wohl auch alles, wirklich alles zu verdanken habe, das ist mein immer noch treuer Begleiter, der bei mir zuhause im Stall steht. Ein "nordisches Wüstenpony" - also ein Araber - Welsh - Mix, gemeinhin auch als "Deutsches Reitpony" (wie unkreativ) bekannt.

Seine Bekanntschaft durfte ich eher durch einen Zufall machen, und aus diesem Zufall wurde eine große Liebe und ein Lernen bis heute.
Ich war damals auf der Suche nach einem "zu mir passenden Pferd zum Reiten" - nicht einmal, um es zu kaufen, sondern lediglich, um mit ihm lernen zu können. Wie es der Zufall so wollte, tauchte genau da mein Kleiner auf - anfangs schien er ein Pferdchen wie viele zu sein, doch sowie ich mich das erste Mal in den Sattel geschwungen hatte, war es um mich geschehen: Ein Pferd mit soviel Ausdruck, Kraft, Stolz, Würde und Edelmut, schlicht: Charakter, hatte ich noch nie zuvor in meinen Händen gehabt.
Nun kam es aber, dass mein Kleiner ziemlich weitgereist war und auf seinen Reisen auch einige unangenehmere Erfahrungen zu verbuchen hatte: Als fast schon gestohlenes Pferd aus Norddeutschland nach Österreich verfrachtet, kam er irgendwan im Süden der Alpenrepublik an, wo er wohl eine zu schnelle, zu harte und zu ungeduldige Hand ertragen musste.
Die erste Zeit, die ich mit ihm verbringen durfte, war noch absolut sorgenfrei, denn mein Kleiner ist ein bisschen zurückhaltend: Von seinen Problemen erzählte er mir etwa eine Woche, nachdem ich den Kaufvertrag unterschrieben hatte. Da begann er auf einmal, zu buckeln, zu steigen, durchzugehen und überhaupt ziemlich viel Blödsinn zu machen. Ich war damals 16 und gerade in dem Alter, in dem Teenies nun mal eigentlich gar nicht hinhören wollen. Ich wollte Schleifchen und Blechpokale erjagen und ich nicht pferdischer Psychotherapie hingeben (wer hier wen therapiert, ist bis heute nicht klar).

Jetzt hatte ich den Kerl aber nun mal an der Backe, jetzt musste ich auch das beste daraus machen. Ich kam darauf, dass er panische Angst vor allem hatte, was irgendwie als Schlaginstrument dienen konnte - von der Longierpeitsche über die Dressurgerte bis hin zum Haselnuss-Zweig (sogar wenn dieser nur ein Wedel war, der gar nicht zum Schalgen geeignet wäre, war er schon in vollster Panik).
Also begann ich, ihm seine Ängste zu nehmen. Ich begann, ihn zu beobachten. In der Box, beim Putzen, auf der Weide mit seinen Freunden. Und ich versuchte, sein Vertrauen zu gewinnen, denn offensichtlich hatte er das Vertrauen in die Menschheit fas gänzlich verloren und versuchte nur noch zu funktionieren, um weiterem Schmerz auszuweichen.

So kam es, dass wir uns eines schönen Sommertages in einem Paddock wiederfanden (Roundpen gabs keinen, daher die Improvisation) und ich zum ersten Mal in meinem Leben mit Vertrauenstraining konfrontiert war. Ich wollte es wissen, ob ich es schaffte, ihm klarzumachen - neben all den Übungen wie über knisternde Planen zu latschen, sich mit Gerten streicheln lassen und böse, raschelnde Plastiktüten zu überleben - dass ICH ihm niemals etwas antun würde. Dass ich ihn leiten würde, wenn er ich ließe. Dass das allerdings damit verbunden wäre, dass ICH den Ton angebe und er, wenn er mich absichtlich ärgert, auch damit rechnen müsste, dass ich ihn zurückärgere.

So standen wir also dort - ein staubiger Paddock, ein Mensch ein Pferd, ein Führstrick. Und ja, ich war nervös, gespannt und neugierig, was passieren würde.
Zuerst schickte ich ihn weg - was er mit Buckeln und Ausschlagen in meine Richtung beantwortete und dann im Kreis um mich herumlief. Gut - Ziel eins war erreicht: Pferdchen klebt nicht an mir und hat begriffen, dass ich es nicht haben will, wenn es mir nicht vertrauen kann - wir können nur ein Team sein, wenn wir uns gegenseitig vertrauen. Fehlt das, dann sind wir kein Team, sondern ein Krampf.
Er musste lange überlegen, ob er mir nach alledem, was ihm passiert war, vertrauen konnte. Immerhin war ich ein Mensch und Menschen hatten ihn so sehr verletzt. Doch irgendwann entschloss er sich, vorsichtig, ganz vorsichtig den Kopf zu senken und mir zu zeigen, dass er sich doch meiner "Herde" anschließen wolle. Als er dann hinter mir stand und ich seinen warmen Atem in meinem Nacken spürte, wollte ich selbst es kaum glauben: Mein Pferd wollte wirklich mein Partner sein!

Endlich konnten wir wirklich gemeinsam arbeiten und nicht mehr gegeneinander. Ich habe von ihm gelernt, warum er wütend und verzweifelt wird, ich durfte lernen, Ruhe zu bewahren und inzwischen ist er ruhige, wenn ich mich erschrecke, während ich ruhig bin, wenn er Angst hat. Schlagwerkzeug ist bei uns kein Thema mehr - ich darf eine Gerte verwenden um ihn zu touchieren, doch auf die Longe-Peitsche verzichte ich meist - ich unterhalte mich lieber mit meinem Pferd, als meinen "verlängerten Arm" knallen zu lassen - wozu kann man denn mit den Fingern schnippen?!

Wie es heute aussieht? Wir üben gerade unsere ersten fliegenden Galoppwechsel, versuchen uns in Traversalen und manchmal auch in Pirouetten, springen lustig über Mikadostäbe, über die ich mich vor ein paar Jahren noch lange nicht getraut hätte und entspannen uns bei stundenlangen Ausritten (die sind so entspannend, dass ich neben dem grasenden Pferd an schönen Sonnentagen auch schonmal im hohen Gras einschlafe, bis er mich wieder weckt). Den Turnierstress wollen wir uns für den Moment jedoch nicht mehr antun - wir genießen die vielen perfekten Momente, die wir für uns haben...